Wenn das Netz ausfällt, bleibt die Sicherheitstechnik in Betrieb

Beleuchtete grüne Rettungszeichenleuchte mit Richtungspfeil an der Decke eines Gebäudeflurs

Sicherheitsstromversorgung nach DIN EN 50171 für Gebäude, in denen die Technik im Ernstfall nie stillstehen darf

Eine Sicherheitsstromversorgung sorgt dafür, dass kritische Verbraucher weiterarbeiten, wenn das Netz ausfällt. Dazu gehören Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlagen, Entrauchung und Evakuierungssysteme. Es geht hier nicht darum, Daten zu retten. Es geht darum, dass Menschen ein Gebäude geordnet verlassen können und dass Einsatzkräfte hineinkommen.

Genau darin liegt der Unterschied zur klassischen IT-USV. Wer Sonderbauten plant, ausschreibt oder betreibt, kommt an einem zentralen Stromversorgungssystem nach DIN EN 50171 nicht vorbei. Dieser Beitrag zeigt, wofür solche Anlagen gebraucht werden, was sie leisten müssen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Was ist ein zentrales Stromversorgungssystem (CPSS)?

CPSS steht für Central Power Supply System, also ein zentrales Stromversorgungssystem. Fällt das Netz aus, springt die Anlage automatisch ein. Die angeschlossenen Verbraucher werden dann über eine Batterie beziehungsweise ein entsprechendes Energiesystem versorgt.

Die DIN EN 50171 beschreibt genau diese zentralen Anlagen, zum Beispiel für Sicherheitsbeleuchtung und weitere kritische Verbraucher. Die Norm stellt dabei entsprechende Anforderungen an Batterie, Überwachung, Umschaltung, Betriebsdauer und Fehleranzeige.

Rot blinkendes Warnlicht einer Alarmierungseinrichtung im Gebäudeflur, überwacht von einem zentralen Stromversorgungssystem nach DIN EN 50171

Wofür wird eine Sicherheitsstromversorgung benötigt?

Eine solche Anlage kommt überall dort zum Einsatz, wo bestimmte elektrische Verbraucher bei einem Netzausfall weiter betrieben werden müssen. Typische Anwendungen sind diese Bereiche:

  • Sicherheitsbeleuchtung in Gebäuden sowie Flucht- und Rettungswege
  • Brandmelde- und Alarmierungseinrichtungen
  • Rauchabzugs- und Entrauchungsanlagen
  • bestimmte Feuerlösch- und Brandschutzanlagen
  • Sicherheits- und Evakuierungsanlagen
  • kritische Einrichtungen in Krankenhäusern, Versammlungsstätten, Hochhäusern, Industrieanlagen und vergleichbaren Objekten

Warum eine normale IT-USV hier nicht ausreicht

Eine Anlage nach DIN EN 50171 ist keine gewöhnliche IT- oder Server-USV mit anderem Typenschild. Entscheidend ist, dass die Versorgung der angeschlossenen Verbraucher sicherheitstechnisch erforderlich ist und dass die Anlage die dafür geltenden Anforderungen an Batterie, Überwachung, Umschaltung, Betriebsdauer und Fehleranzeige nachweislich erfüllt. Genau diese Abgrenzung meint der Begriff SSV, wenn Fachplaner von einer eigenen Anlagenklasse sprechen.

Für Planer und Betreiber heißt das, dass der Nachweis zur Anlage gehört. Eine Zertifizierung nach DIN EN 50171 ist im Zweifel das Dokument, das bei Abnahme und wiederkehrender Prüfung zählt.

Elektrofachkraft prüft mit einem Messgerät eine elektrische Verteilung im Rahmen der Sicherheitsstromversorgung eines Gebäudes

Diese Kriterien entscheiden bei einem CPSS

Solche Anlagen verzeihen keine Kompromisse. Auf diese Punkte sollten Sie bei der Auswahl besonders achten:

  • Überlastreserve. Verbraucher ziehen beim Anlauf deutlich mehr Leistung, als das Typenschild vermuten lässt. Prüfen Sie, für welche Dauerlast und welche kurzzeitigen Überlasten die Anlage ausgelegt ist.
  • Galvanische Trennung. Ein integrierter Trenntransformator trennt Eingangsseite und Batteriekreis galvanisch voneinander. Das ist ein wesentliches Schutzmerkmal in dieser Anlagenklasse.
  • Batterie und Ladeverhalten. Gebrauchsdauererwartung, Wiederaufladezeit, Schutz gegen Tiefentladung und ein zur installierten Kapazität passend einstellbarer Ladestrom bestimmen, wie belastbar die Anlage im Ernstfall wirklich ist.
  • Gehäuse und Aufstellort. Hitze- und feuerbeständige Metallgehäuse sind in dieser Anlagenklasse Standard, ebenso eine definierte Schutzart.
  • Wartbarkeit. Ein integrierter Wartungsbypassschalter erlaubt Servicearbeiten, ohne die Verbraucher abzuschalten.
  • Meldung und Überwachung. Relaiskontakte, Fernabschaltung (REPO) und Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik sorgen dafür, dass Störungen nicht unbemerkt bleiben.
  • Erweiterbarkeit. Zusätzliche Batterieschränke und parallel schaltbare Anlagen schaffen Reserven für spätere Nutzungsänderungen.

Was Sie früh in der Planung klären sollten

Je später solche Anlagen im Projekt auftauchen, desto teurer wird es. Diese Punkte gehören deshalb bereits in die Vorplanung.

  • Aufstellort und Platzbedarf. Anlage und Batterieschränke brauchen Fläche, Zugang für den späteren Batteriewechsel und einen Standort, der das Gewicht trägt.
  • Betriebsdauer. Wie lange die angeschlossenen Verbraucher versorgt werden müssen, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und der Nutzung des Gebäudes. Klären Sie diesen Wert früh ab, denn er bestimmt die Größe der Batterieanlage.
  • Kabelwege und Brandabschnitte. Die Leitungen zu den Verbrauchern führen oft durch mehrere Brandabschnitte. Trassenführung und Verlegeart gehören in die Abstimmung zwischen Elektro- und Brandschutzplanung.

EFFEKTA ist Ihr Partner für Sicherheitstechnik

Die EFFEKTA Regeltechnik GmbH aus Rottweil entwickelt, fertigt und wartet seit über 40 Jahren USV-Anlagen, von kompakten Line-Interactive-Geräten bis zu modularen Großanlagen. Für diesen Bereich steht mit der ELTRUM ISO ein nach DIN EN 50171 zertifiziertes CPSS mit 20 kVA oder 40 kVA zur Verfügung, das eigens für kritische Verbraucher konzipiert wurde.

Dazu kommen die Leistungen, die in Projekten oft den Ausschlag geben, etwa eine Ausschreibungsberatung, die technische Produktberatung vor der Auslegung sowie Wartungsverträge und Service über die gesamte Lebensdauer der Anlage.

Unser Fazit

Eine Anlage nach DIN EN 50171 ist kein optionales Extra, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Gebäudeplanung. Wer früh plant, spart sich später teure Nachrüstungen und hat im Prüffall die passenden Nachweise in der Hand.

Sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt. Wir beraten Sie von der Planung bis zur Wartung.

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Häufige Fragen zum Thema

SSV steht für Sicherheitsstromversorgung, CPSS für Central Power Supply System. Beide Begriffe beschreiben denselben Sachverhalt aus unterschiedlicher Richtung. Der erste benennt die Funktion, also die Ersatzversorgung der angeschlossenen Verbraucher bei Netzausfall. Der zweite benennt die Bauform der zentralen Anlage, wie sie die DIN EN 50171 beschreibt.

Die DIN EN 50171 beschreibt zentrale Anlagen dieser Art, etwa für Sicherheitsbeleuchtung, und stellt Anforderungen an Batterie, Überwachung, Umschaltung, Betriebsdauer und Fehleranzeige.

Nein. Eine Anlage nach DIN EN 50171 ist nicht mit einer IT- oder Server-USV gleichzusetzen. Maßgeblich ist, dass die Versorgung sicherheitstechnisch erforderlich ist und die genannten Anforderungen erfüllt werden.

Mit EFFEKTA haben Sie eine Sorge weniger.

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